Dies&Das,  Unterwegs

Wie gut kennst Du Deine Stadt?

Schon mein ganzes Leben lebe ich im Großraum Stuttgart und seit nun knapp drei Jahren studiere ich mitten in der Innenstadt. Ich kann die U- und S-Bahnhaltestellen meiner Stammstrecke auswendig aufzählen, habe den für mich geschicktesten Weg herausgefunden zwischen Bahnhaltestelle, Landesbibliothek und Uni mit einem kurzen Abstecher zum Drogeriemarkt. Ich weiß genau, wo ich meine Lieblingsläden finde und ich weiß, welches Café, welches Kino, welche Cocktailbar ich bevorzuge.
Wie jeder Einheimische belächle ich amüsiert die Touris, die Selfies vor Gebäuden machen, an denen ich jeden Tag vorbei renne. Aber genau das ist das Problem: Ich renne vorbei. Ja, das wahre Leben findet abseits der Touristationen statt. Aber was ist, wenn man das wahre Leben kennt? Und dafür die Touriattraktionen nicht? Hast du dir die Wahrzeichen deiner Stadt schonmal angesehen? Ich meine, wirklich angesehen?

Bahnhofsturm

Anfang des Jahres hatte ich eine Erkenntnis: Ich bin schon zigmal über den Schillerplatz gegangen, aber der Schillerstatue habe ich dabei nie Beachtung geschenkt. Ich steige täglich am Hauptbahnhof aus, war aber noch nie auf dem Bahnhofsturm. Die Liste konnte ich undendlich weiter führen … und meinen Freundinnen aus der Uni ging es nicht anders.

Also haben wir uns hingesetzt und eine Liste gemacht mit Orten in Stuttgart, an denen wir noch nie oder schon sehr lange nicht mehr waren. Und dann sind wir losgezogen und haben unsere langen Mittagspausen genutzt um Stuttgart zu erkunden. Ich habe dabei sehr viele neue Plätze kennen gelernt und eine neue Liebe für Plätze entdeckt, die ich schon längst kannte. Denn die Sache ist die, wenn man sich mal wirklich umschaut, Fotos macht, sich für eine Weile hinsetzt, sein Mittagessen isst und einen Ort einfach auf sich wirken lässt statt nur daran vorbei zu rennen, dann erst erkennt man seine wirkliche Schönheit.

Kesselliebe – Blick vom Bahnhofsturm

Und obwohl ich mein Stuttgart schon immer mochte, mag ich es jetzt noch ein Stückchen mehr – meine „Kesselliebe“ ist noch größer geworden. Die Liste ist noch lange nicht abgearbeitet und ich freue mich schon darauf, im neuen Semester noch mehr Ecken Stuttgarts (neu) zu entdecken.

Wenn ich anderen alt eingesessenen Stuttgartern von unserem Unterfangen erzählt habe, schienen die meisten belustigt über die Jugend, die sich eben einfach noch nicht so gut auskennt in Stuttgart wie sie das tun. Tja, spätestens wenn ich den Chinesischen Garten erwähnt habe, musste jeder einzelne von ihnen zugeben, noch nie davon gehört zu haben.

 

Also: Wie gut kennst Du Deine Stadt, wo auch immer das sein möge?

Glaubst du, schon alles gesehen zu haben? Oder Weißt du ganz genau, dass du nur die immer gleichen Wege gehst?
Na los! Google deine Stadt, schnapp dir einen Stadtplan und schau nach, was sie zu bieten hat! Ich wette, auch für dich gibt es noch so viele sehenswerte Orte zu entdecken – direkt vor deiner Haustüre.

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2 Kommentare

  • Kat

    Hi 🙂
    das ist wirklich ein toller Beitrag mit einer tollen Idee. In Stuttgart kenne ich mich erstaunlich wenig aus, obwohl ich auch unweit davon gewohnt habe und ziemlich oft da war. Aber wie du gesagt hast, rennt man eben überall vorbei, weil man kennt es ja sowieso. Und jetzt wo ich in Leipzig wohne, ist es genauso. Meine Tante hat mir einen Leipzig-Reiseführer geschenkt und jetzt immer, wenn ich Besuch aus der Heimat habe, klappern wir Sachen daraus ab, sodass ich die Stadt auch besser kennenlerne. Da merkt man dann erst mal, warum die Touristen alle da sind 😀
    Liebste Grüße,
    Katja

    • Sabrina

      Hallo Katja,

      dir den Reiseführer zu schenken war eine super Idee von deiner Tante! Zum Glück ist Besuch häufig ein Grund, sich dann doch mal an die Touristenplätze zu wagen. Ich habe das Gefühl, dass Touristen ein ziemlich negatives Stigma anhaftet und sich jeder möglichst weit davon distanzieren will und daher Touristenplätze etc. meidet. Aber wie du sagst, sind die Touristen ja meistens an diesen Plätzen, weil sie tatsächlich besonders schön sind.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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