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We Are Feminists:
Eine kurze Geschichte der Frauenrechte

Werbung | Rezensionsexemplar

We are Feminists bietet eine kompakte Übersicht zu den wichtigsten Personen, Daten und Fakten rund um den Feminismus. Rebecca Strickson hat die Daten im Original zusammengetragen und mit Illustrationen und Grafiken aufbereitet.

 

Wenn man beginnt, sich mit der Geschichte des Feminismus zu beschäftigen, passieren oft zwei Dinge. Das erste ist die Feststellung: Oh, wow, so lange dauern all diese Kämpfe schon an. Das zweite […], ist ein positiveres Gefühl: Wenn wir uns heute für die Rechte und Freiheiten von Frauen einsetzen, dann sind wir Teil einer riesigen Bewegung. Wir sind mitten in einer Revolution.

(Margarete Stokowski: Vorwort. In: We are Feminists. Eine kurze Geschichte der Frauenrechte. Prestel Verlag 2019, S. 6)

 

Geschichtlicher Überblick

Schon das Inhaltsverzeichnis von We are Feminists ist als historischer Zahlenstrahl dargestellt und lässt damit keinen Zweifel, dass hier ein geschichtlicher Überblick vermittelt werden soll. Die Inhalte sind nach den drei Wellen des Feminismus gegliedert und zeigen innerhalb die wichtigsten Personen, Ereignisse und Entwicklungen. Obwohl ich mich in den letzten Jahren inhaltlich mit Feminismus beschäftigt habe, habe ich die Geschichte bisher außen vor gelassen. Entsprechend fand ich es interessant, zu sehen, wer in der Vergangenheit auf welche Weise etwas bewegt hat. Ebenso wie die Themen, die sich hartnäckig halten und jene, die zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte besonders relevant waren. Dabei hatte ich zum Glück nie das Gefühl, von Daten und Fakten erschlagen zu werden. Vielmehr bietet We are Feminists einen knappen Überblick über die Geschichte, die bei Interesse zur eigenen weiteren Recherche anregt.

Außerdem bietet We are Feminists stets einen historischen Kontext, der dabei hilft, die feministischen Entwicklungen in ein größeres Geschichtsbild einzuordnen. Ich fand das extrem hilfreich, weil es stellenweise nochmal unterstrichen hat, weshalb bestimmte feministische Themen zu bestimmten Zeiten besonders wichtig waren.

 

Feminsimus in Relation

Besonders spannend fand ich Übersichten, die darstellen, wann verschiedene Länder der Welt Frauen bestimmte Rechte eingeräumt habe, wie das Recht auf eigenen Besitz, das Recht auf Scheidung oder das Frauenwahlrecht. Diese Übersichten habe mir so manche Illusion genommen. Erschreckend ist, wie spät sich manche Rechte durchgesetzt haben, die ich immer als selbstverständlich betrachtet habe. Beschäftigt hat mich seitdem außerdem, wie weit Deutschland teilweise zurückliegt. Leider wird Deutschland nicht in allen Übersichten aufgeführt, das hätte ich mir für die deutsche Übersetzung gewünscht.

 

Inspiration

Zu jeder Welle des Feminismus werden Wegbereiterinnen vorgestellt, deren Aktionen beeindrucken und inspirieren. Auch feministische Literatur, die in der jeweiligen Welle entstand und bis heute nachwirkt, wird vorgestellt. Wer also nach Inspiration für seine feministische Leseliste sucht, wird hier auf jeden Fall fündig.

 

Eine kurze Geschichte der Frauenrechte

Der Untertitel von We are Feminists ist eindeutig Programm. Wer sich bereits mit der Geschichte des Feminismus auskennt, wird hier vermutlich wenig Neues erfahren. Doch wer sich wie ich bisher nur auf aktuelle Themen konzentriert hat und schnell von der Masse an Geschichte eingeschüchtert ist, findet hier eine kompakte Übersicht. Mir hat es sehr geholfen, einen groben geschichtlichen Überblick zu bekommen, feministische Wegbegleiterinnen kennen zu lernen und meine Leseliste an feministischer Literatur wachsen zu lassen.

Vielen Dank an den Prestel Verlag und das Bloggerportal von Random House, die mir ein Rezensionsexemplar kostnelos zur Verfügung gestellt haben.

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