The Crown
Film,  Filmrezension,  Serie

The Crown (Staffel 1)

Die bisher teuerste Eigenproduktion von Netflix zeigt das Leben von Elizabeth II, beginnend mit ihrer Hochzeit mit Philip Mountbatten 1947. Die erste Staffel zeigt ungefähr ein Jahrzehnt aus dem Leben der royalen Familie, weitere Staffeln sollen folgen.

The Crown
(c) Wikimedia

Queen Elizabeth II

„Lang lebe Königin Elizabeth!“
Seit 65 Jahren trägt Queen Elizabeth II nun schon die Krone des Vereinigten Königreichs auf dem Haupt und kann damit auf die längste Herrschaftsdauer in der britischen Monarchie zurück schauen. Eine faszinierende Frau, über die ich leider trotz meiner Liebe zu allem Britischen viel zu wenig weiß. Mit Biografien oder Dokumentationen, die aus trockenen Fakten aufgebaut sind, tue ich mir häufig schwer.  Verfilmungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, aber hauptsächlich unterhalten wollen, sind da schon viel mehr nach meinem Geschmack. Etwaige Ungenauigkeiten nehme ich dabei gerne in Kauf, lassen sich diese doch meist durch Recherchen hinterher ausgleichen.

Als ich erfuhr, dass Netflix gleich eine ganze Serie über das Leben von Elizabeth II als Königin produziert hat, wusste ich, dass ich das sehen musste. Matt Smith (bekannt aus Doctor Who) in der Rolle als Prinz Philip war noch ein zusätzlicher Bonus.

 

Geschichtsunterricht mit Unterhaltungsfaktor

The Crown ist keine Serie, die sich unterhaltungstechnisch besonders hervortut. Sie ist weder überaus witzig, noch spannend. Gerade dadurch wirkt sie echt. Es mangelt keinesfalls an privaten Dramen oder politischen Intrigen, doch werden diese Ereignisse nicht unnötig zugespitzt, wie Unterhaltungsfernsehen das sonst gerne tut. Man hält sich an die wahren Ereignisse. Oder zumindest an das, was offiziell darüber bekannt ist und ergänzt es um realistische Spekulationen über das, was tatsächlich hinter den Palastmauern vor sich gegangen sein mag.
Mein Wissen über das Nachkriegsengland ist enttäuschend gering. Doch soweit ich das beurteilen kann, hielten sich die Macher von The Crown überraschend genau an wahre Ereignisse. Der Trailer gibt vor, dass die Serie lediglich „von wahren Ereignissen inspiriert“ sei. Doch immer wenn ich von einem Handlungsstrang absolut überzeugt war, dass dieser frei erfunden sein musste, bewies eine kurze Recherche das Gegenteil. In dieser Hinsicht hält die Serie sogar mehr, als sie verspricht.

Obwohl The Crown einen nicht gespannt die nächste Folge ersehnen lässt, habe ich alle zehn Folgen innerhalb weniger Tage angeschaut. Zugegeben, dass mein Probemonat bei Netflix abzulaufen drohte, könnte auch etwas damit zu tun gehabt haben. Wie dem auch sei, ich habe die Serie sehr genossen und wollte nicht aus Spannung, sondern aus ehrlichem Interesse wissen, wie es weiter geht. Besonders gefallen hat mir das Gefühl, so viel Neues zu erfahren. Die Queen kenne ich nur als elegante, huldvoll winkende, alte Dame. Sie als junge Frau zu sehen, die die Krone eigentlich überhaupt nicht wollte und die sich von einer schüchternen jungen Frau mehr und mehr zu einer starken Monarchin entwickelte, hat mich sehr berührt. Darüber hinaus beleuchtet The Crown das Leben derer, die im Schatten der Queen sonst häufig zu verschwinden scheinen, wie ihr Ehemann, Prinz Philip. Oder jene Personen, die meiner Generation überhaupt nicht mehr bekannt sind, wie  ihre Schwester, Prinzessin Margaret. Auch Winston Churchill, der große Name aus den Geschichtsbüchern, wird hier plötzlich greifbar, menschlich.

Keine Sorge, auch der Unterhaltungsfaktor kommt nicht zu kurz. Man kann sehen, dass wirklich Geld in die Produktion geflossen ist, dass Wert darauf gelegt wurde, alles möglichst authentisch zu gestalten. Die Schauspieler überzeugen in ihren Rollen, beweisen in ihrer Darstellung Respekt gegenüber den realen Personen, die sie verkörpern, wirken aber auch nicht von ihrer Aufgabe eingeschüchtert. Hin und wieder lässt der subtile britische Humor einen Schmunzeln oder auch herzhaft auflachen.

 

Meine Empfehlung

Jedem, der sich für das Vereinigte Königreich und seine amtierende Monarchin interessiert, dem jedoch geschichtliche Fakten alleine zu trocken sind, kann ich diese Serie nur ans Herz legen. Sie hebt ein wenig den Schleier der Geschichte und auch die Maske, die die royale Familie in der Öffentlichkeit trägt. Und sie tut dies mit dem nötigen Respekt. Natürlich darf man nie vergessen, dass The Crown Fiktion ist, doch vermittelt die Serie einen ganz guten Eindruck über die wahren Ereignisse.

 

TITEL The Crown
REGIE Stephen Daldry, Philip Martin, u.a.
DREHBUCH Peter Morgan
LAUFZEIT 10 Folgen à 60 min
JAHR 2016
Alles, was es über die Serie zu wissen gibt, auf telegraph.co.uk

Ein Kommentar

  • ScreenQueen

    Ich fand „The Crown“ auch richtig super! Obwohl ich mich gar nicht so sehr für Großbritannien und deren Königshaus interessiere.

    Am besten haben mir die Charaktere gefallen, die so klasse ausgearbeitet wurden, dass ich zu jedem eine Meinung hatte und mir keiner wirklich egal war. Am liebsten mochte ich natürlich Churchill, der war einfach der Hammer. Und sehr berührt hatte mich auch der David, der eigentlich so gehässig war, aber trotzdem konnte ich ihn nicht hassen.

    Und es stimmt schon, die Serie sah auf jeden Fall richtig gut aus, und Matt Smith war auch für mich ein Bonus 🙂 Der passte einfach unfassbar gut in diese Rolle, schon vom Optischen her!

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