• Dear Martin von Nic Stone
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Nic Stone: Dear Martin

    In der Vergangenheit ist es schon mal vorgekommen, dass ich während des Lesens wütend wurde. Allerdings dann meistens, weil sich der Roman als unterirdisch schlecht entpuppte oder sich die Handlung in eine Richtung entwickelte, wo ich sie nicht haben wollte. Mit Dear Martin war das anders. Zum ersten Mal empfand ich eine rasende, hilflose Wut. Denn obwohl es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, bestand für mich während des Lesens kein Zweifel, dass diese Dinge in der Realität so passieren. Der Rassismus gegen Schwarze Menschen in den USA ist kein neues Thema. Aber er ist auch längst kein überholtes Thema.

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    Matt Haig: How to Stop Time

    Die Handlung folgt Tom zu unserer Zeit, er hat sich in London niedergelassen und arbeitet als Geschichtslehrer. Den Großteil des Buches machen jedoch Kapitel aus, die irgendwann in Toms Vergangenheit spielen. Zunächst hat mich das leicht irritiert. Man wird in ein Wechselbad der Gefühle geworfen: mal gibt es amüsante Anekdoten über Shakespeare, mal traurig-schöne Romantik, dann wieder schockierende Tragik. Die Vergangenheitskapitel wurden schnell zu meinem Lieblingsbestandteil der Geschichte und dennoch schienen sie zu stören, denn sie schienen die Haupthandlung auszubremsen. Erst langsam erkannte ich das Muster: Die Vergangenheitskapitel stehen immer im Zusammenhang zum Heute.

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    Victor Hugo: Les Misérables / Die Elenden

    “Es gibt einen Zustand, in dem Schmach und Unglück dasselbe sind, und dieses eine Wort ‚Die Elenden‘ bedeutet ja schon beides.” (Victor Hugo: Die Elenden) Frankreich, 19. Jahrhundert: Jean Valjean, ein ehemaliger Galeerensträfling, nimmt eine neue Identität an, baut sich eine ehrliche Existenz auf und bringt es bald zu viel Geld. Er gilt als Wohltäter der Armen und nimmt sich auch Fantine und ihrer Tochter Cosette an. Aber seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Meine Gedanken Victor Hugo schrieb Les Misérables Ende des 19. Jahrhunderts und daher liegt dem Roman ein Erzählstil zugrunde, den heute wohl niemand mehr verwenden würde: Kapitelweise werden Leben und Erlebnisse von mehr aber auch…

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    David Nicholls: One Day

    In One Day steckt so viel Leben in seiner schönsten und unschönsten Form. Und David Nicholls hat einen wunderschönen Ton gefunden, diese Geschichte zu erzählen. Mehrmals habe ich beim Leben innegehalten, weil mir ein Satz oder ein Abschnitt aufgefallen ist, den ich mir merken oder herausschreiben wollte, weil er mich zutiefst beeindruckt hat, sowohl mit der Formulierung als auch mit dem Inhalt.

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    Lori Nelson Spielman: Morgen kommt ein neuer Himmel

    Als ihre geliebte Mutter stirbt, ist Brett am Boden zerstört – und wird vor die Herausforderung ihres Lebens gestellt: Um ihr Erbe antreten zu dürfen, soll sie zunächst eine Liste mit Lebenszielen verwirklichen, die sie mit vierzehn aufschrieb. Brett gefällt das überhaupt nicht. Es ist doch alles gut so wie es ist und die Ziele sind sowieso längst überholt. Erst langsam wird ihr klar, wie viel ihr diese Ziele noch immer bedeuten und dass sie diese zu lange schon verraten hat – und damit auch sich selbst. Meine Gedanken Ich habe zunächst die Leseprobe zu Morgen kommt ein neuer Himmel in die Hand bekommen, und konnte es nicht erwarten, Bretts…

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    Mitch Albom: Tuesdays with Morrie

      Als Mitch sechzehn Jahre nach seinem Abschluss erfährt, dass sein Lieblingsprofessor Morrie an ALS erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat, möchte er ihm nur einen kurzen Besuch abstatten. Nichts ahnend, dass das der Beginn des vielleicht wichtigsten “Kurses” seines Lebens ist: Jeden Dienstag kehrt Mitch an das Bett von Morrie zurück und lernt von ihm über das Leben. Meine Gedanken Tuesdays with Morrie ist ein sehr inspirierendes Buch. In jedem Kapitel fand ich einen Absatz, der mich stoppen lies, weil einfach so viel Wahrheit darin steckt. Was dieses Buch so besonders macht ist die Tatsache, dass es keine erfundene Geschichte ist, sondern Mitch Albom tatsächlich immer…