• Vox von Christina Dalcher
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Christina Dalcher: Vox

    In der Buchbloggerszene war Vox schon vor Erscheinen gefühlt in aller Munde. Kein Wunder. Denn während die Forderungen nach Gleichberechtigung immer lauter werden, trifft Christina Dalcher mit ihrem Roman genau den Nerv der Zeit. Vox führt uns auf brillante Weise vor, wie eine Welt aussehen könnte, in der Frauen unterdrückt und alle, die nicht dem geforderten Familienbild entsprechen, weggesperrt werden. Trotzdem konnte mich der Roman leider nicht auf ganzer Länge überzeugen.

  • Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Dystopie oder unsere Zukunft? Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

    Was wäre der Mensch ohne Bienen? Das ist die Frage, die sich als roter Faden durch den Roman zieht. Während die Handlung kapitelweise zwischen William, George und Tao hin- und herspringt, verdeutlichen ihre Einzelgeschichten historisch aneinander gereiht zunehmend die überindividuelle Bedeutung des Verhältnisses von Mensch und Biene: Im 19. Jahrhundert ist William mit seinem besonderen Interesse für Bienen ein Außenseiter in seinem Umfeld. In unserer Zeit ist George mit seiner Bienenfarm ein Imker von vielen. Einige Jahrzehnte später tragen Tao und ihre Familie wie die gesamte Weltbevölkerung die Folgen des Verschwindens der Bienen.

  • 1984 von George Orwell
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    George Orwell: 1984

    1984 liest sich nicht nur als spannender Roman, sondern auch als Kritik an der Menschheit und hier liegt seine wahre Stärke. Orwell beschreibt eine Zukunftsvision, deren beschriebene Zeit inzwischen bereits Jahrzehnte zurückliegt. Leicht ist man geneigt, erleichtert aufzuatmen, dass sich die Welt nicht wie hier beschrieben entwickelt hat. Dennoch hat 1984 seine Aktualität nie eingebüßt. Orwell zeigt eindrücklich und gnadenlos die Schwächen der Menschheit auf.

  • Qualitylad von Marc-Uwe Kling
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Marc-Uwe Kling: QualityLand

    Zukunftsszenarien, die in einer digitalisierten und kontrollierten Welt spielen, sind nicht neu. Neu ist jedoch Klings Ton, in dem er sein Zukunftsszenario erzählt. Er beschreibt sehr humorvolle Alltagsszenarien, die mir als Leserin sehr viel Spaß gemacht haben. Meine Lieblingsidee sind Werke der Weltliteratur, die etwas positiver ausfallen als wir sie kennen: Wer würde nicht lieber Die Freuden des jungen Werther lesen? Die Vorstellung, wie die Bewohner von QualityLand ihr QualityTab ("das beste Tablet!") küssen, um Transaktionen zu bestätigen und ohne ihr Tab völlig hilflos sind, ist im ersten Moment so absurd, dass sie erheitert statt bedrohlich zu wirken. Erst beim Darübernachdenken fällt auf, welche Aussagen über unsere eigenen Angewohnheiten dahinter…

  • Smoke von Dan Vyleta
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Dan Vyleta: Smoke

    Beim Durchstöbern des Bloggerportals hat mich vor allem erstmal das Cover von Smoke angesprochen. Alles, das so deutlich mit London verbunden ist, erweckt meine Neugierde und dazu kamen noch die Farben, die Big Ben etwas Mystisches verleihen. Die Zusammenfassung klang neu und originell. Nicht ganz Fantasy, aber mit dem Rauch ein eindeutig mystisches Element, das das Potenzial zu einer starken Metapher hat. Die ersten Kapitel habe ich schnell in mich aufgesogen. Dan Vyleta hat einen sehr plastischen und lebendigen Schreibstil, den ich auf Anhieb mochte. Die Kapitel wechseln zwischen Er-Perspektive und Ich-Perspektive verschiedenster Charaktere. Auch Randfiguren, die mir als Leser sonst niemals im Gedächtnis geblieben wären, kommen so zu Wort…