Buchrezension,  Literatur

Newt Scamander: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Längst ist Newt Scamanders Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind zum Standartwerk der Magizoologie geworden. Die großformatige Schmuckausgabe macht sich nicht nur gut im Bücherregal, sondern bringt uns eine Auswahl magischer Wesen mit liebevollen Zeichnungen näher.

Newt Scamander

Newton Artemis Fido Lurch Scamander ist der wohl bekannteste Magizoologe der Welt. Verdient erhielt er den Merlinorden zweiter Klasse für seine Erforschung magischer Tierwesen. Sein Lexikon Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, ist längst zum Standartwerk im Schulfach Pflege magischer Geschöpfe geworden. Einigen wird Newt Scamander außerdem aus den Verfilmungen seiner Abenteuer als junger Mann bekannt sein. Nach Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind und Grindelwalds Verbrechen sind noch weitere derartige Filme für die nächsten Jahre angekündigt.

 

Die erste illustrierte Ausgabe

Seit 2017 ist erstmals diese illustrierte Ausgabe von Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind erhältlich. Zuvor gab es lediglich Textausgaben, die Leser*innen häufig ratlos zurückließen, was das Aussehen einzelner, besonders seltener Tierwesen anging. Sogar eine Kopie des persönlichen Schulbuchs von Harry Potter inklusive handschriftlicher Anmerkungen von ihm und seinen Freunden Hermine Granger und Ron Weasley, schaffte es auf den Buchmarkt. Einige der Anmerkungen waren äußerst amüsant und da Harry Potter als Person noch immer eine starke Fangemeinde hat, vermisse ich seine handschriftlichen Notizen etwas in dieser Ausgabe.

Olivia Lomenech Gill, die sich der Illustration dieser Ausgabe angenommen hat, hat die magischen Tierwesen in wunderschönen Bildern eingefangen. Mich erinnern die meisten Illustrationen an Kreidezeichnungen. Dadurch wirken sie nicht so seltsam perfektioniert wie die Bilder oder gar Fotografien in so manchen Muggellexika. Stattdessen wirken sie, als würden sie auf Kreideskizzen basieren, die vielleicht sogar Scamander selbst auf seinen Forschungsreisen anfertigte.

Der Hippogreif

 

Ein umfangreiches Lexikon

Neben einer Einführung in die Magizoologie und einem geschichtlichen Überblick über die Wahrnehmung magischer Tierwesen macht das Buch hauptsächlich sein Lexikonteil aus, der rund 90 phantastische Tierwesen beschreibt. Die Beschreibungstexte gehen meist kurz auf das Aussehen, Vorkommen und markante Eigenschaften des jeweiligen Tierwesens ein. Dadurch, dass sie so knappgehalten sind, kommt man sich keineswegs so vor, als würde man ein Schulbuch lesen. Tatsächlich ist das Buch überraschend witzig, da immer wieder lustige Anekdoten zu Begegnungen mit einzelnen Tierwesen für eine Prise subtilen Humor sorgen.

Unter den phantastischen Tierwesen sind einige, denen man zwar nicht unbedingt schon selbst begegnet ist, die aber nicht zuletzt aus den Lebensbeschreibungen von Harry Potter und Newt Scamander in der Zaubergemeinschaft bestens bekannt sind. Daneben sind aber auch einige Wesen dabei, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. In Zukunft werde ich definitiv genauer hinschauen, wenn mir ein Jack-Russell-Terrier, ein Igel oder ein Frettchen begegnen.

Ich fand es ziemlich interessant, mir bisher unbekannte Hintergründe zu einzelnen Tierwesen zu erfahren. Beispielsweise, wie ein Basilisk gezüchtet wird (erschreckend einfach!). Oder dass mein letztes Handy eventuell wegen eines Kitzpurfels kaputt gegangen ist (wer weiß das schon so genau?). Gleichzeitig fehlen entscheidende Angaben. Zum Beispiel, dass ein Occamy seine Größe dem ihm zur Verfügung stehenden Raum anpassen kann.

Der Phönix

 

Zusätzliche Anmerkungen für meine nichtmagischen Leser*innen

Natürlich ist der Inhalt von Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind frei erfunden und nur ein weiterer Teil der fiktiven Harry Potter-Welt, die J. K. Rowling erschaffen hat. Wie auch Die Märchen von Beetle dem Barden und Quidditch im Wandel der Zeiten wird dieses Lexikon für magische Tierwesen in der Harry Potter-Reihe erwähnt. Rowling betreibt mit der Herausgabe dieser Bücher einen gewissen Fanservice. Was mich angeht kann der gerne noch weiter ausgebaut werden. Zum Beispiel würde ich total gerne auch Die Geschichte Hogwarts‘ lesen wollen.

Als Potterfan ist es nochmal ein ganz neues Gefühl, mit einem Buch, das Harry & Co selbst gelesen haben, in diese magische Welt einzutauchen. Reine Filmfans dürften stellenweise allerdings verwirrt sein. Interessanter Weise sind einige Wesen in den Illustrationen nicht so dargestellt, wie wir sie aus den Filmen kennen. Der Werwolf beispielsweise sieht auf dem Bild tatsächlich eher wie ein gewöhnlicher Wolf aus, womit er der Beschreibung aus den Romanen entspricht. Was auch immer das langgliedrige Etwas inspiriert hat, als das Lupin in Der Gefangene von Askaban über den Bildschirm huscht – auf Olivia Lomenech Gill hatte diese Darstellung zum Glück keinen Einfluss.

TITEL Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
AUTORIN J. K. Rowling
ILLUSTRATORIN Olivia Lomenech Gill
ÜBERSETZER Klaus Fritz
VERLAG Carlsen
ERSCHEINUNGSJAHR 2017
SEITENZAHL 160
Quelle Coverbild: Webseite des Verlags (Anzeige)

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