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Mein Bullet Journal – 50 Tage Update:
Erste Erfahrungen, Inspirationen und Bücher zum Thema

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Bullet Journals sind mittlerweile schon seit ein paar Jahren ein Trend. Lange hat mich der scheinbar große Zeitaufwand, der damit verbunden ist, ein leeres Notizbuch in einen Kalender zu verwandeln, abgeschreckt. Doch ich habe immer mehr gemerkt, dass herkömmliche Kalender für mich nicht funktionieren. Meist hat die Aufteilung der Wochenübersicht für mich nicht gepasst und für To-Do Listen war sowieso kein Platz. Also war es an der Zeit, dem Bullet Journal eine Chance zu geben und mein 25. Geburtstag schien mir der perfekte Zeitpunkt, damit anzufangen.

 

Was muss ich vor dem Loslegen wissen?

Auf Instagram und anderen Buchblogs habe ich schon viel über Bullet Journals gelesen und Beispielseiten gesehen. Dadurch hatte ich schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was ein Bullet Journal ausmacht, wie ich es gestalten und welche Inhalte ich hineinpacken kann. Doch kaum hatte ich mein eigenes Notizbuch vor mir liegen, kam die bekannte Angst vor dem leeren Blatt. Plötzlich war ich mir gar nicht mehr so sicher, wo und wie ich eigentlich anfangen soll. Also musste Hilfe her. Und weil ich ein Buchmensch bin, habe ich mir Hilfe in Form von Büchern geholt. Logisch. So haben mich durch die Anfangszeit meines Bullet Journals zwei Bücher begleitet: Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll und Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode von Jasmin Arensmeier. Letzteres wurde mir freundlicher Weise vom südwest-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Die Philosophie:
Die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll

Die Philosophie, die hinter dem Bullet Journal steckt, stammt von seinem Erfinder: Ryder Carroll. Auf Instagram, Pinterest & Co werden Bullet Journals meist als kleine Meisterwerke präsentiert. Die Seiten sind aufwendig verziert, mit Zeichnungen und Kalligraphie-Schrift wunderschön gestaltet. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, beim Bullet Journal gehe es darum, einen Kalender zu gestalten für Menschen mit zu viel Freizeit und außerordentlichem künstlerischem Talent.

Carrolls Buch hilft extrem, das in die richtige Perspektive zu rücken. Er hat die Bullet Journal Methode entwickelt, um sein Leben besser zu organisieren. Nur darum geht es. Wer sich dabei künstlerisch ausleben möchte, kann das gerne tun. Doch auch jeder, der nur halbwegs mit einem Kugelschreiber umgehen kann, kann von einem Bullet Journal extrem profitieren. Carrolls Ausführungen haben mir sehr dabei geholfen, mich darauf zu besinnen, was ich von meinem Journal eigentlich will.

Ich habe das Hörbuch zum streamen entdeckt und mich daher dafür entschieden. Tatsächlich hat das ganz gut funktioniert, da es mir bei Carroll hauptsächlich um den Gedanken hinter der Methode an sich und den einzelnen Elementen ging. Außerdem hatte ich schon genug Bullet Journals gesehen und wusste entsprechend, wie beispielsweise sein Rapid Logging aussieht, als die Sprache darauf kam. Wer noch absolut keine Vorstellung davon hat, dem empfehle ich lieber die Druckausgabe, die entsprechende Beispielbilder enthält.

 

Inhaltsideen und Gestaltungstipps:
Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode von Jasmin Arensmeier

Jasmin Arensmeier bloggt auf tea & twigs über verschiedene Lifestylethemen und auch ihr Bullet Journal ist dabei immer wieder ein Thema. In Gestalte dein Journal mit der Bullet-Methode hat sie Tipps und Inspirationen zum Gestalten eines Bullet Journals zusammengestellt. Dabei ist ihr Bloggerhintergrund sehr gut spürbar. Die Texte sind sehr persönlich, ohne dabei ihre allgemeingültige Relevanz zu verlieren. Gerade für Einsteiger bietet das Buch ein sehr hilfreiches Rundumpaket, da Arensmeier umfassend verschiedene Aspekte der Bullet Journal Methode abdeckt und sich dabei immer auf das Wesentliche beschränkt. Die Strukturierung ist sehr übersichtlich und das detaillierte Inhaltsverzeichnis, hilft dabei, auch mal schnell nur etwas nachzuschlagen.

Einführung

Zu Beginn ihres Buches erklärt Arensmeier, was ein Bullet Journal ist und geht dabei auch kurz auf Ryder Caroll als Erfinder des Bullet Journals ein und stellt den Grundgedanken hinter der Methode vor. Allerdings beschränkt sie sich dabei auf die absoluten Grundlagen, die jedem bekannt sein dürften, der sich auch nur halbwegs mit Bullet Journals beschäftigt hat. Entsprechend habe ich diesen Teil nur grob überflogen. Interessant fand ich hier die verschiedenen Werkzeuge und Materialien, die sie vorstellt. Das hat mir geholfen, für mich zu entscheiden, was ich davon tatsächlich verwenden möchte.

Inhalte

Auch bei den Inhalten deckt Arensmeier erstmal die klassischen Grundlagen ab: Der Index, das Future Log, die verschiedenen Übersichten. Doch im Gegensatz zu Carroll geht sie auch auf all jene Inhaltelemente ein, die inzwischen ihren Weg in die Bullet Journal Community gefunden haben. Zum Beispiel habe ich endlich den Sinn der Level 10 Life-Strategie verstanden. Ein besonders großer Pluspunkt für mich sind jedoch ihre zahlreichen Vorschläge für Listen, Tracker und Cluster. Gerade zum tracken sieht man bei anderen Journalen stets die gleichen Gewohnheiten. Mit Arensmeiers 99 Vorschlägen kann da natürlich niemand mithalten.

Gestaltung und DIY

Die wunderschön gestalteten Journale, die auf Social Media Kanälen geteilt werden, können inspirieren aber auch einschüchternd wirken. Für alle, die sich im Gestalten probieren möchten, führt Arensmeier in die Grundlagen von Handlettering, Schmuckelementen etc. ein – und gibt gleich auch Tipps, wie Fehler ganz leicht vertuscht werden können. Auch hier gilt: Wer sich schon damit beschäftigt hat, wird nichts Neues lernen und die Einführungen bleiben dem Umfang des Buches entsprechend recht oberflächlich. Aber für Anfänger ist es genau die Hilfestellung, die ihnen den Mut und das Know-how gibt, die sie zum Anfangen brauchen. Besonders kreativ fand ich die DIY-Tipps. Hier zeigt Arensmeier beispielsweise, wie man einen Stiftehalter für das Buch selbst basteln kann.

 

Meine Erfahrung bisher

Schon einen guten Monat bevor ich mit meinem Bullet Journal begonnen habe, habe ich angefangen, mir bei Instagram und Pinterest Bilder zu markieren mit Ideen für Verzierungen. Ich wollte unbedingt jedem Monat ein Thema geben und mich künstlerisch verausgaben, damit mein Journal so schön wie möglich werde. Gleichzeitig hatte ich die dumpfe Befürchtung, dass ich es nicht lange durchziehen würde, meine täglichen To Dos einzutragen. In meine bisherigen Kalender habe ich sogar je weiter das Jahr fortgeschritten ist, immer weniger Termine eingetragen. Warum sollte das beim Bullet Journal also anders laufen?

Interessanter Weise lief es genau anders herum. Während ich den Juni noch thematisch verziert habe, habe ich Juli und August ganz minimalistisch gehalten. Der Zeitaufwand für Zeichnungen war mir einfach zu groß. Dafür trage ich pflichtbewusst jede noch so kleine Aufgabe ein. Gerade kleine Aufgaben, die eher unwichtig sind und sich daher perfekt immer weiterschieben lassen, erledige ich seitdem viel eher. Denn bevor ich eine Aufgabe schon wieder übertragen muss, weil ich sie noch offen ist, erledige ich sie eben schnell. Auch das Tracken von Gewohnheiten hilft mir ungemein. Bei Dingen wie Blumen gießen ist es sehr hilfreich, eine Erinnerungsstütze zu haben. Gleichzeitig zeigt mir der Tracker beispielsweise, dass ich an jedem Tag der Woche an meiner Masterthesis geschrieben habe, und das Gefühl, nicht genug getan zu haben, völlig fehl am Platz ist.

 

Material: Buch, Stifte & Co

Es wird immer wieder betont, dass ich die Bullet Journal Methode ganz einfach mit nur einem alten Notizheft und einem einzelnen Stift durchführen lässt. Das mag für manche sogar wahr sein, ich wäre damit aber nicht glücklich geworden. Zum einen waren alle Notizbücher, die ich daheim hatte liniert, kariert oder blanko. Für mein Bullet Journal wollte ich dann doch das so oft angepriesene Punkteraster. Im Gegensatz zu Linien und Karos fällt es kaum ins Auge, hilft aber ungemein dabei, selbst gerade Linien zu ziehen. Für meinen minimalistischen Stil brauche ich aber tatsächlich kaum Stifte. Für meine Eintragungen benutze ich wie die meisten schwarze Fineliner. Dabei bieten sich verschiedene Dicken an. Wenn Überschriften dicker als die Notizen sind, hilft das ungemein für die Übersichtlichkeit. Und das sind eigentlich auch schon die essentiellen Materialien. Zusätzlich habe ich ein Farbschema eingeführt, mit dem ich mithilfe von Textmarkern Aufgaben aus den Bereichen Freizeit, Arbeit&Uni, Blog und Verpflichtungen unterscheide.

 

Inspiration

Für Ideen zur Gestaltung durchstöbere ich noch immer am liebsten Instagram und manchmal Pinterest. Ursprünglich ging es mir dabei um Verzierungen, Zeichentipps etc. Wer sich dafür interessiert findet jede Menge tolle Kreationen. Doch inzwischen lasse ich mich auch gerne für ganz praktische Dinge inspirieren, wie zum Beispiel die Aufteilung der Wochenübersicht.

2 Kommentare

  • Tina

    Hallo Sabrina,

    BuJo-Beiträge interessieren mich immer brennend, da ich selbst eins führe. Ich gebe zu, ich habe mich schon recht kreativ ausgelassen und benötige Stunden mit der Vorbereitung. Das wird beim nächsten BuJo wahrscheinlich nicht mehr so crass. Ich weiß jetzt, wie weit ich gehen kann im BuJo, was mir liegt und was nicht, von daher gilt für mich immer probieren vor studieren. Ohne BuJo kann ich es mir allerdings nicht mehr vorstellen. Das Büchlein ist mir heilig.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Sabrina

      Hallo Tina,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich mag es sehr, von den BuJo-Erfahrungen von anderen zu lesen. Gerade, dass jeder sein BuJo anders handhabt und sich ausprobiert, macht irgendwie das Besondere daran aus.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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