Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

Von Nikolas zum Weihnachtsmann:
Lesetipps zu Nikolaus

Mit weißem Rauschebart und einem roten Gewand samt Zipfelmütze, mit weißem Pelz gesäumt – so stellen wir uns alle den Weihnachtsmann vor. Ein freundlicher und gutmütiger alter Mann, der mit seinem Rentierschlitten durch die Lüfte fliegt und Geschenke verteilt. Aber wo kommt er überhaupt her, wie können seine Rentiere fliegen und warum bringt er den Kindern überhaupt Geschenke? Die Faszination des Weihnachtsmannes geht nicht nur von den Geschenken allein aus. Sondern er ist auch diese magische Figur, die Kinder zum Staunen bringt. Er ist die Verkörperung des Weihnachtszaubers. Kein Wunder also, dass er immer wieder Autoren dazu inspiriert, Geschichten darüber zu erzählen, wie einst aus einem ganz normalen Menschenjungen der Weihnachtsmann wurde.

 

Matt Haig: A Boy Called Christmas
(Ein Junge namens Weihnacht)

Mit A Boy Called Christmas hat Matt Haig den Auftakt zu seiner herzerwärmenden Kinder-Weihnachts-Trilogie geschaffen. Doch die Geschichte um den Jungen Nikolas, der auf der Suche nach seinem verschollenen Vater in ein Elfendorf stolpert, unterhält und berührt Leser*innen aller Altersgruppen.

Nikolas und sein Vater führen ein hartes Leben in den Wäldern von Finnland. Als sein Vater zu einer Expedition aufbricht, um zu beweisen, dass es die Elfen wirklich gibt, bleibt Nikolas alleine bei seiner unausstehlichen Tante zurück. Nach Monaten des Wartens macht sich Nikolas selbst auf den Weg in den Norden, um seinen Vater zu finden. Er stolpert mitten hinein in ein Abenteuer voller Gefahren, Herausforderungen und Wunder. Dabei lernt Nikolas die Bedeutung von Vertrauen, von Familie und von Richtig und Falsch. Und dass fliegende Rentiere gerne mal aus Spaß auf Leute pinkeln. Was er findet schließlich ist der Glaube an das Unmögliche, die Magie der Hoffnung und die Freude des Schenkens.

A Boy Called Christmas steckt voller Fantasie, tiefsinniger Botschaften und einer riesigen Portion Humor. Die perfekte Geschichte, um die ganze Familie in Weihnachtsstimmung zu versetzen.

 

Marko Leino: Wunder einer Winternacht

Nikolas lebt mit seiner kleinen Schwester Ada und seinen Eltern auf einer kleinen Insel in der Nähe des Fischerdorfs Korvajoki hoch im Norden. Als er durch einen tragischen Unfall seine Familie verliert, nehmen die Dorfbewohner Nikolas bei sich auf. Jedes Jahr soll er bei einer anderen Familie im Dorf leben. Nikolas lernt nur langsam, die Geborgenheit dieser Fremden anzunehmen und seine Dankbarkeit zu zeigen. Immer zu Weihnachten, wenn ein neuer Umzug ansteht, beschenkt Nikolas alle Kinder der Familien, die ihn so freundlich aufgenommen haben. Doch als ihn der Tischlermeister Lisakki in die Lehre nimmt, scheint auch dieses Glück vorbei. Denn Lisakki lebt in einer einsamen Hütte in den Bergen. Und er hasst Kinder.

Wie Nikolas dennoch zu seiner roten Mütze und dem Rentierschlitten kommt und wie mit ihm die Legende vom Weihnachtsmann auflebt, erzählt Leino in seiner Adventskalender-Geschichte. Es ist eine warmherzige Geschichte mit melancholischen Momenten. Sie erzählt von Zusammenhalt und davon, dass Familie nicht immer nur etwas mit Blutsverwandtschaft zu tun hat. Und sie sendet eine starke Botschaft über die Kraft des Schenkens.

Weil der Weihnachtsmann möchte, dass wir uns über das freuen, was wir geschenkt bekommen, und so lernen, wie wichtig es ist, geben zu können.

(Marko Leino: Wunder einer Winternacht. Die Weihnachtsgeschichte. Rowohlt Taschenbuch 2016, S. 229)

Mit seinen 24 Kapiteln, die passender Weise die Bezeichnung Türchen tragen, ist Wunder einer Winternacht ist ein wunderbarer Begleiter durch den Advent.

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