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Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

 

Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann

Kehlmanns fiktive Biografie über zwei der bedeutendsten Wissenschaftler des neunzehnten Jahrhunderts, die sich daran machten, die Welt zu vermessen:

Alexander von Humboldt bereist Südamerika, nimmt Gesteinsproben, bestimmt Pflanzenarten, erprobt Gifte im Selbstversuch, misst, wiegt und zählt alles, was ihm auf seiner Reise begegnet.

Carl Friedrich Gauß fühlt sich in der Fremde nicht wohl. Von seinem Schreibtisch aus löst er mathematische Probleme, berechnet Kometenbahnen, er sieht Formeln und Gesetzmäßigkeiten, wo andere nur den Zufall vermuten.

Aber während […] Humboldt sich vorstellte, wie Gauß eben jetzt durch ein Teleskop auf Himmelskörper sah, deren Bahnen er in einfache Formeln fassen konnte, hätte er auf einmal nicht mehr sagen können, wer von ihnen weit herumgekommen war und wer immer zu Hause geblieben.

Meine Gedanken
Die Vermessung der Welt lebt meiner Ansicht nach nicht von ihrer Handlung, vielleicht noch nicht einmal von den Hauptfiguren.
Als sympathische Mitmenschen treten beide Wissenschaftler nicht auf: Genies, denen ein gewöhnliches Leben ebenso unlogisch erscheint wie jedem anderen ihre Formeln und Naturgesetze – wirklich nah werden sie dem Leser nie.
Was diesen Roman so genial macht, ist der subtile Humor, mit dem das Genie des Wissenschaftlers beschrieben wird, der Sinn, alles in Zahlen und Fakten zu packen, hinterfragt wird und die fiktive Literatur selbst (vor allem die über wirkliche Menschen) infrage gestellt wird.

Meine Empfehlung
Wer sich für Literatur und Sprache, subtile Andeutungen und hintergründigen Humor interessiert, wird diesen Roman lieben! Für jeden anderen könnte er vermutlich etwas langweilig werden, denn die Handlung an sich gibt eigentlich nicht viel her.


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Verlag: Rowohlt Verlag | ISBN: 978-3-498-03528-0 | Format: Hardcover | Seitenzahl: 301 | Quelle Coverbild: Webseite des Verlags

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