Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Als der Rentner Harold einen Brief seiner ehemaligen Kollegin Queenie erhält, der von ihrem nahen Tod berichtet, will er eigentlich nur kurz einen Antwortbrief einwerfen. Aber dann läuft er einfach am Briefkasten vorbei und am Postamt auch. Und Harold kommt auf einen aberwitzigen Gedanken: Was ist, wenn er Queenies Tod aufhalten kann?
So beschließt er, zu ihr zu laufen und bittet sie, auf ihn zu warten. Seine Reise führt ihn 87 Tage lang über 1000 Kilometer quer durch England, ohne Vorbereitung, mit Segelschuhen statt Wanderstiefeln. Doch seine Reise führt ihn nicht nur zu Queenie, sondern auch in seine Vergangenheit, zu seiner Frau Maureen, seinem Sohn David und der Sache, die vor zwanzig Jahren passiert ist, wonach nichts mehr so war wie zuvor …

Meine Gedanken
Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, was damals vor zwanzig Jahren in Harolds Leben passiert ist und natürlich, ob seine Pilgerreise ihren Zweck erfüllen wird.
‘Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry’ verschönt nichts, aber sie zeigt einem, dass es nie zu spät ist für Vergebung und dafür, mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen.
Während des Lesens habe ich mich fragen müssen: Wie wäre es, selbst einfach mal loszugehen? Es hat mich inspiriert, wie Harold sich einfach ohne Vorbereitungen auf die Reise macht. Zugegeben, eine etwas naive Aktion und man sollte es vielleicht besser nicht nachmachen. Aber ich meine es auch eher im übertragenen Sinne. Ich lasse mich schon bei kleineren Vornehmungen von Zweifeln und nicht enden wollenden Vorbereitungen davon abhalten, überhaupt damit zu beginnen.

Das Laufen befreite die Vergangenheit, der er zwanzig Jahre lang aus dem Weg gegangen war, und jetzt plapperte und tollte sie mit der ihr eigenen wilden Energie in seinem Kopf herum. Er maß die Entfernung nicht mehr in Kilometern, sondern in Erinnerungen.

 Rachel Joyce, Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Meine Empfehlung
Dieses Buch ist nicht ohne Grund ein Bestseller! Es ist inspirierend, berührend und für mich zumindest wie kein anderes Buch, das ich bisher gelesen habe.


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Verlag: Fischer Krüger | ISBN: 978-3-8105-1079-2 | Format: Gebunden | Seitenzahl: 384 | Originaltitel: The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry | Quelle Coverbild: Webseite des Verlags

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2 Kommentare

  • Grit

    Liebe Sabrina,

    das Buch klingt ja wirklich nach einem tollen Leseschmankerl. Kennst Du den Film „About Schmidt“ mit Jack Nicholson? Irgendwie erinnert es mich daran. Ein sehr melancholischer Film und in meinen Augen eine von Nicholsons besten Rollen. An manchen Stellen auch sehr traurig.

    Ich frage mich auch manchmal, ob ich mich trauen würde, einfach mal loszustapfen. Es klingt so aufregend und ist sicherlich eine gigantische Erfahrung, aber irgendwie hab ich auch Mordsschiss davor.

    Hab Deinen Blog über das Litnetzwerk entdeckt und er gefällt mir total gut. Da werde ich wohl öfters mal vorbeischauen.

    LG
    Grit

    • Sabrina

      Liebe Grit,

      dein Kommentar erinnert mich daran, dass ich bei einigen Beiträgen noch das Layout überarbeiten muss. Vielen Dank schonmal dafür 😀 Freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt.

      Ich kenne „ABout Schmidt“ bisher noch nicht, musste mir aber sofort den Trailer anschauen. Einfach loszulaufen wäre sicher aufregend, aber mir geht es da wie dir, ich würde mich das wohl niemals trauen.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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