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Freitags-Favoriten | „The Game is On“ – Gesellschaftsspiele

An Spieleabenden scheiden sich die Geister: Die einen lieben sie, die anderen lassen sich höchstens äußerst widerwillig dazu bewegen. Für die einen endet der Abend mit Lachtränen, für die anderen im Familienstreit des Jahres. Auch ich habe beides schon erlebt und gemerkt: Selbst vom Wetteifer besessene Spieler können plötzlich zu guten Verlierern werden, wenn das Spiel an sich für ausgelassene Stimmung sorgt. Zugegeben, die ein oder andere Streitfalle ist in meinen Lieblingsspielen enthalten (ich sage nur: Monopoly), aber mit den richtigen Mitspielern übersteht man auch die.

 

Ermitteln wie Sherlock Holmes

Der Spieleklassiker für Möchtegern-Meisterdetektive ist selbstverständlich Cluedo. Und ein wenig fühlt man sich tatsächlich wie Sherlock Holmes persönlich, wenn man es durch taktisch kluges Fragen als erstes geschafft hat, Täter, Tatwaffe und Tatort zu ermitteln.

Cluedo
„War es Bloom mit der Pistole im Speisezimmer? – Cluedo, Die nächste Generation

 

Noch mehr Köpfchen fordert eine Mörderische Dinnerparty. Da die Mitspieler selbst in die Rollen der Verdächtigen schlüpfen und sich dementsprechend verkleiden, ist das zwar kein Spiel, das man mal eben abends aus dem Schrank nimmt, dafür jedoch war bisher jede Mörderische Dinnerparty, an der ich teilnehmen durfte, ein tolles Erlebnis. Das Schöne ist, dass es am Ende eigentlich egal ist, ob es einen „Gewinner“ gibt, es geht darum, als Gemeinschaft einen lustigen und spannenden Abend zu haben.

 

Wenn die Zeit tickt …

Schon seltsam, wie der Wortschatz plötzlich verschwindet, wenn der Sand in der Uhr immer schneller zu rieseln scheint oder die Bombe in der Hand tickt.  Aber genau darin besteht der Spaß von Activity, Tabu und Tick Tack Bumm. Es ist schade, wie viele diese Spiele ablehnen, weil sie angeblich kein Talent im Zeichnen, Erklären, pantomimisch Darstellen oder Raten haben. Wenn es einfach wäre, wäre es ja langweilig. In meinem Freundeskreis sind diese Spieleabende immer die witzigsten und ein paar unserer liebsten Dauerbrennergeschichten würde es ohne Activity nicht geben.

Activity
Activity, Alles ist möglich

 

Von Activity gibt es inzwischen viele verschiedene Versionen, doch keine kommt meiner Meinung nach an Activity extreme heran. Basierend auf der Spielshow Extreme Activity (wer hätte es gedacht?) gibt es hier wenige verschärfte Aufgaben, bei denen beispielsweise ein Spielpartner als Marionette dienen muss, um einen Begriff pantomimisch darzustellen oder zu zeichnen. Wenn man keinen Wert auf Punkte und Sieger legt, kann diese Version auch sehr gut ohne Spielbrett gespielt werden (was in der Originalversion zum Beispiel nicht geht) und eignet sich damit bestens auch für unterwegs.

Tabu kenne ich ebenfalls nur in der Sonderedition Tabu XXL. Auch hier wird die klassische Variante um neue, kreative Aufgaben ergänzt. Das absolute Highlight ist Knoten-Knut zum pantomimischen Darstellen von Begriffen: eine Stoffpuppe mit sehr langen Gliedmaßen, die aussieht, als wäre sie der Sesamstraße entsprungen.

Tick Tack Bumm verläuft nach einem ganz anderen Muster. Hierfür braucht man keine kreativen Talente, dafür aber einen gut sortierten Wortschatz und starke Nerven. Denn wenn die Bombe in der Hand immer schneller tickt, fallen einem die einfachsten Wörter nicht mehr ein. Mein absoluter Horror ist es jedes Mal, in einem Wortsalat sinnvolle Wörter zu erkennen. Dafür punkte ich, wenn es darum geht, bekannte Persönlichkeiten (real oder fiktiv) zu bestimmten Initialen zu nennen.

 

Teamwork ist alles

Wenn man glaubt zu wissen, wie der andere denkt, liegt man meistens falsch. Das merkt jeder Mitspieler sehr schnell bei Teamwork. Hier geht es darum, mit seinem Nebensitzer zusammen einen Begriff zu erklären. Der Clou: Das Team muss diesen Begriff in einem grammatikalisch sinnvollen Satz erklären, wobei sie sich nach jedem Wort abwechseln. Dabei darf der Satz höchstens 10 Wörter lang sein, also sollte man möglichst schnell zum Punkt kommen. Das sorgt für ziemlich viel Verwirrung zwischen den Teamkammeraden und erst recht unter jenen, die raten sollen. Da ist der Spaß vorprogrammiert. Besonders gefällt mir, dass man für dieses Spiel keinen Tisch o.ä. braucht, man kann es also hervorragend auf Reisen spielen.

 

Eine Million gewinnen oder verlieren?

Den Spieleklassiker Monopoly kennt selbstverständlich jeder und die meisten von uns sind sicher schon mal ruck zuck pleite gewesen. Ich bin diejenige, die eigentlich immer als erstes pleite ist und dennoch ist es eines meiner absoluten Lieblingsspiele.

Monopoly
Monopoly, Das Original

 

Aber was, wenn pleite zu gehen das Ziel eines Spiels ist? Das Motto von Mankomania ist „Wie verjubelt man eine Million?“. Klingt ziemlich einfach für Monopoly-Nieten wie mich. Aber Vorsicht, überall lauern Lottogewinne, Erbschaften oder Mieteinnahmen. Spaß macht das Ganze durch Risikofaktoren wie Pferderennen, das Spielcasino, die Aktienbörse und „die Böse 1 würfeln“ – Chancen, richtig viel Geld zu verlieren, aber auch zu gewinnen. Für viel Gelächter sorgen immer die Ereignisfelder mit kreativen Aktionen wie „Stifte 170.000 für den Verein anonymer Weltstars e.V.“ (Moment. An wen??).

 

Kannst Du Dich für einen Spieleabend begeistern? Und wenn ja, was sind Deine Lieblingsspiele?


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