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Fanmomente und Blogger Community: Meine Highlights der Frankfurter Buchmesse 2018

Mitte Oktober war wieder Buchmessezeit! Für mich war es erst der zweite Besuch in Frankfurt und zum ersten Mal bin ich alleine hingefahren. Davon, dass mein Besuch im letzten Jahr mit Enttäuschungen verbunden war, ließ ich mir die Vorfreude nicht trüben. Dennoch beschränkte ich meinen Besuch vorsichtshalber auf zwei Tage. Länger wäre es so alleine dann doch auch etwas öde geworden. So aber waren die zwei Tage gefüllt mit Fanmomenten, interessanten Veranstaltungen und Begegnungen mit tollen Büchermenschen.

 

Fanmomente: Cecelia Ahern und Marc-Uwe Kling auf der Buchmesse

Bei der Planung meines Messebesuchs habe ich lange überlegt, ob ich mir die überfüllten Hallen an den Besuchertagen wirklich antun will. Letztlich habe ich mich dann doch dafür entschieden, die Messe auch am Samstag zu besuchen. Denn ich erhoffte mir mehr interessante Veranstaltungen mit bekannten Autoren. Diese Entscheidung war absolut richtig!

Meinen Messesamstag begann ich damit, dass ich mich bei Einlass direkt zum Stand der Fischerverlage aufgemacht habe. So stand ich als zweite in der Schlange für die Signierstunde mit Cecelia Ahern. Letztes Jahr war die irische Autorin auch schon da gewesen und ich hatte sie leider verpasst. Das sollte mir kein zweites Mal passieren. Etwas lächerlich kam ich mir schon vor, über eine Stunde vor Beginn der Signierstunde anzustehen, während die meisten noch nicht einmal eingelassen worden waren. Aber schon nach einer halben Stunde kam ich mir in Anbetracht der langen Schlange überhaupt nicht mehr lächerlich vor. So weit vorne zu stehen hat außerdem den Vorteil, neben den Mitwartenden auch mit den Verlagsmitarbeiterinnen quatschen zu können. Und ich konnte sogar bei den Pressefotos ein paar eigene Schnappschüsse von der Autorin machen. Cecelia Ahern ist eine unglaublich sympathische und natürliche Frau. Während alle noch sehr müde und etwas fertig aussahen, versprühte Ahern Elan und gute Laune.

Cecelia Ahern präsentiert Frauen, die ihre Stimme erheben

Direkt nach der Signierstunde machte ich mich schnell auf den Weg zum Harmonie-Saal, wo Marc-Uwe Kling aus seinem neusten Band, den Känguru Apokryphen vorlas. Der Messetrubel macht es häufig schwierig, bei Autorengesprächen und Lesungen in Ruhe zuhören zu können. Daher war die Lesung von Marc-Uwe Kling im Harmonie-Saal eine willkommene Abwechslung. Leider war versäumt worden, im Veranstaltungskalender der Messe (online sowie in der App) darauf hinzuweisen, dass für die Lesung ein extra Ticket nötig war. Das sorgte vor Beginn der Veranstaltung für einigen Missfallen und Enttäuschungen. Ich möchte an dieser Stelle ein großes Lob an die Türsteher aussprechen, die die Situation mit Bravour gemeistert haben. Trotz einiger unfreundlicher Anschuldigungen sind sie ruhig geblieben und haben ihr Möglichstes getan, um Känguru-Fans ohne Vorabticket dennoch den Einlass zu ermöglichen. Vielen Dank! Die Lesung selbst war wie zu erwarten sehr witzig und ich kann es jetzt kaum noch erwarten, das Buch zu lesen.

Marc-Uwe Kling präsentiert Känguru Apokryphen

 

Vorträge und Talks

Schon im Vorfeld hatte ich mir ein paar Vorträge herausgeschrieben, die im Azubistro gehalten wurden. Wie das bei der Messe so ist, lässt man dann doch die ein oder andere Veranstaltung sausen, aber zwei der Vorträge wollte ich auf keinen Fall verpassen. Zum einen war das am Freitag ein Vortrag zum Volontariat als Berufseinstieg. Für mich wird es 2019 so weit sein, dass ich mich auf Volontariate bewerben möchte und so hatte ich mir hilfreiche Impulse erhofft. Zum anderen besuchte ich am Samstag einen Vortrag zur DSGVO. Die Panikwelle ist ja zum Glück nach Inkrafttreten der Verordnung sehr schnell abgeflacht. Aber es schadet nicht, auf dem Laufenden zu bleiben. Und mir persönlich hat es ganz gutgetan, mir hier von einem Anwalt sozusagen nochmal bestätigen zu lassen, dass ich mit meinem Blog alles richtig mache.

Bühne des Azubistro in Halle 4.1

Am Samstag stolperte ich ganz zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt in den Zuhörerkreis rund um die ARD Bühne. Von Bascha Mika moderiert sprachen hier Margarete Stokowski und Heike Melba Fendel über #metoo und seine Folgen. Stokowski ist vor allem für ihre Bücher Untenrum frei und Die letzten Tage des Patriarchats (erschienen 2016 und 2018 bei Rowohlt) bekannt. Fendel kannte ich persönlich davor noch nicht. Aber anscheinend sorgte im Mai ein offener Brief, den sie initiiert hatte, für Aufsehen. Darin forderten 16 Frauen aus der Film- und Fernsehbranche einen differenzierteren Umgang mit den Belästigungsvorwürfen gegen den WDR-Programmbereichsleiter Gebhard Henke.

In Stokowskis Bücher habe ich bisher immer nur halbherzig hineingeblättert und konnte nicht viel damit anfangen. Nach diesem Talk bin ich jetzt geneigt, ihnen doch nochmal eine Chance zu geben. Sie, ebenso wie ihre Gesprächspartnerinnen, haben ziemlich gut auf den Punkt gebracht, was #metoo und ähnliche Kampagnen bereits bewirken konnten und wie viel aber noch zu tun ist. Ich fand es wichtig, dass aus dem Talk eindeutig hervor ging, was Feminismus fordert und was er aber eben auch nicht ist. Am Ende habe ich aus dem Gespräch mitgenommen, dass Feminismus zwar seit einem guten Jahr ein großes Thema ist, noch größer als davor. Viele Medien springen darauf an und es scheint in aller Munde zu sein. Doch an der Denkweise und der Darstellung von Frauen außerhalb der Debatten hat sich in der Zeit trotzdem kaum etwas verändert.

Bascha Mika, Margarete Stokowski und Heike Melba Fendel (v.l.) im Gespräch

Die Veranstaltung mit dem Titel STREITERINNEN! #metoo – und jetzt? wurde aufgezeichnet. Ich bin mir sicher, dass ihr sie in der Mediathek oder auf der Webseite noch finden könnt.

 

Blogger Community

Ein großes Highlight der diesjährigen Buchmesse war für mich, endlich andere Buchblogger persönlich zu treffen. Klar kannte ich schon vorher Blogger, deren Blog ich gerne lese oder mich sogar öfter mit ihnen in den Kommentaren und auf Twitter & Co austausche. Aber bisher fand dieser Austausch eben immer nur vor einem Bildschirm statt. Auf der Messe bot die Verleihung des Buchblogawards der Buchblogger Community die perfekte Gelegenheit, zusammenzukommen, mit den Nominierten mitzufiebern und über Bücher zu quatschen. An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an alle Gewinnerinnen und Gewinner! Es waren einige Blogs dabei, die ich noch nicht kannte, da werde ich mich in den nächsten Tagen noch durchklicken.

Die Gewinner des Buchblogawards 2018

Die Gewinner des Buchblogawards 2018 sind:

Porträts und Interviews zu beziehungsweise mit den Gewinnern findet ihr auf der Webseite des BUBLA.

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