• Ich und die Menschen von Matt Haig
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Matt Haig: Ich und die Menschen

    Der Klappentext kann durchaus den Eindruck erwecken, dass es sich bei Ich und die Menschen um einen Science-Fiction-Roman handelt, der von der Interaktion einer außerirdischen Spezies mit der Menschheit erzählt. In gewisser Weise trifft das zu. Der namlose Ich-Erzähler ist ein Alien, der auf der Erde eine Mission zu erfüllen hat. Darum dreht sich die Handlung. Dennoch wird die große Alien vs. Mensch Frage im besten Fall nur angeschnitten. Der Fokus liegt im Roman ganz klar darauf, was auf der persönlichen Ebene passiert. Da sich der Ich-Erzähler für Andrew ausgibt, besteht seine größte Herausforderung darin, seine Rolle möglichst glaubhaft denen gegenüber auszufüllen, die Andrew am nächsten stehen.

  • Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Dystopie oder unsere Zukunft? Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

    Was wäre der Mensch ohne Bienen? Das ist die Frage, die sich als roter Faden durch den Roman zieht. Während die Handlung kapitelweise zwischen William, George und Tao hin- und herspringt, verdeutlichen ihre Einzelgeschichten historisch aneinander gereiht zunehmend die überindividuelle Bedeutung des Verhältnisses von Mensch und Biene: Im 19. Jahrhundert ist William mit seinem besonderen Interesse für Bienen ein Außenseiter in seinem Umfeld. In unserer Zeit ist George mit seiner Bienenfarm ein Imker von vielen. Einige Jahrzehnte später tragen Tao und ihre Familie wie die gesamte Weltbevölkerung die Folgen des Verschwindens der Bienen.

  • Die Radleys von Matt Haig
    Belletristik,  Buchrezension,  Hörbuch,  Literatur

    Matt Haig: Die Radleys

    Der Grundgedanke der Story ist ziemlich vielversprechend. Endlich geht es einmal nicht um jahrhunderte alte Vampire voller Seelenqualen, die sich in eine Schülerin verlieben. (Das sind die Art von Vampirgeschichten, die ich bisher kannte). Es hat mir gefallen, dass die Radleys eine richtige Familie sind, dass es ihnen möglich ist, ganz auf Blut zu verzichten und sie keine Waldtiere jagen. Es hat mir gefallen, dass sich Clara und ihr Bruder Rowan mit ganz normalen Teenagerproblemen herumschlagen und irgendwie hat mir zunächst auch der Ansatz zugesagt, dass sie selbst bis zu Claras Zwischenfall überhaupt nicht wissen, dass sie Vampire sind. Allerdings ist das auch einer der Punkte, an dem ich begann,…

  • Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Sasha Marianna Salzmann: Außer sich

    Außer sich ist kein Roman zum Wohlfühlen oder Lesevergnügen. Dafür habe ich es auch nicht in die Hand genommen. Mich hat interessiert, ob und was dieser Roman über Identität, Migration und Kultur erzählt. In dieser Hinsicht bekam ich deutlich mehr als erwartet. Salzmann schafft es, komplexe Themenbereiche wie Identität, Sexualität, Kultur, Migration, Adoleszenz und Generationenkonflikt in einem Roman, einer Familiengeschichte gekonnt zu vereinen.

  • 1984 von George Orwell
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    George Orwell: 1984

    1984 liest sich nicht nur als spannender Roman, sondern auch als Kritik an der Menschheit und hier liegt seine wahre Stärke. Orwell beschreibt eine Zukunftsvision, deren beschriebene Zeit inzwischen bereits Jahrzehnte zurückliegt. Leicht ist man geneigt, erleichtert aufzuatmen, dass sich die Welt nicht wie hier beschrieben entwickelt hat. Dennoch hat 1984 seine Aktualität nie eingebüßt. Orwell zeigt eindrücklich und gnadenlos die Schwächen der Menschheit auf.

  • Qualitylad von Marc-Uwe Kling
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Marc-Uwe Kling: QualityLand

    Zukunftsszenarien, die in einer digitalisierten und kontrollierten Welt spielen, sind nicht neu. Neu ist jedoch Klings Ton, in dem er sein Zukunftsszenario erzählt. Er beschreibt sehr humorvolle Alltagsszenarien, die mir als Leserin sehr viel Spaß gemacht haben. Meine Lieblingsidee sind Werke der Weltliteratur, die etwas positiver ausfallen als wir sie kennen: Wer würde nicht lieber Die Freuden des jungen Werther lesen? Die Vorstellung, wie die Bewohner von QualityLand ihr QualityTab ("das beste Tablet!") küssen, um Transaktionen zu bestätigen und ohne ihr Tab völlig hilflos sind, ist im ersten Moment so absurd, dass sie erheitert statt bedrohlich zu wirken. Erst beim Darübernachdenken fällt auf, welche Aussagen über unsere eigenen Angewohnheiten dahinter…