• Dear Martin von Nic Stone
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Nic Stone: Dear Martin

    In der Vergangenheit ist es schon mal vorgekommen, dass ich während des Lesens wütend wurde. Allerdings dann meistens, weil sich der Roman als unterirdisch schlecht entpuppte oder sich die Handlung in eine Richtung entwickelte, wo ich sie nicht haben wollte. Mit Dear Martin war das anders. Zum ersten Mal empfand ich eine rasende, hilflose Wut. Denn obwohl es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, bestand für mich während des Lesens kein Zweifel, dass diese Dinge in der Realität so passieren. Der Rassismus gegen Schwarze in den USA ist kein neues Thema. Aber er ist auch längst kein überholtes Thema.

  • Vox von Christina Dalcher
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Christina Dalcher: Vox

    In der Buchbloggerszene war Vox schon vor Erscheinen gefühlt in aller Munde. Kein Wunder. Denn während die Forderungen nach Gleichberechtigung immer lauter werden, trifft Christina Dalcher mit ihrem Roman genau den Nerv der Zeit. Vox führt uns auf brillante Weise vor, wie eine Welt aussehen könnte, in der Frauen unterdrückt und alle, die nicht dem geforderten Familienbild entsprechen, weggesperrt werden. Trotzdem konnte mich der Roman leider nicht auf ganzer Länge überzeugen.

  • Ich und die Menschen von Matt Haig
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Matt Haig: Ich und die Menschen

    Der Klappentext kann durchaus den Eindruck erwecken, dass es sich bei Ich und die Menschen um einen Science-Fiction-Roman handelt, der von der Interaktion einer außerirdischen Spezies mit der Menschheit erzählt. In gewisser Weise trifft das zu. Der namlose Ich-Erzähler ist ein Alien, der auf der Erde eine Mission zu erfüllen hat. Darum dreht sich die Handlung. Dennoch wird die große Alien vs. Mensch Frage im besten Fall nur angeschnitten. Der Fokus liegt im Roman ganz klar darauf, was auf der persönlichen Ebene passiert. Da sich der Ich-Erzähler für Andrew ausgibt, besteht seine größte Herausforderung darin, seine Rolle möglichst glaubhaft denen gegenüber auszufüllen, die Andrew am nächsten stehen.

  • Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde
    Belletristik,  Buchrezension,  Literatur

    Dystopie oder unsere Zukunft? Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

    Was wäre der Mensch ohne Bienen? Das ist die Frage, die sich als roter Faden durch den Roman zieht. Während die Handlung kapitelweise zwischen William, George und Tao hin- und herspringt, verdeutlichen ihre Einzelgeschichten historisch aneinander gereiht zunehmend die überindividuelle Bedeutung des Verhältnisses von Mensch und Biene: Im 19. Jahrhundert ist William mit seinem besonderen Interesse für Bienen ein Außenseiter in seinem Umfeld. In unserer Zeit ist George mit seiner Bienenfarm ein Imker von vielen. Einige Jahrzehnte später tragen Tao und ihre Familie wie die gesamte Weltbevölkerung die Folgen des Verschwindens der Bienen.

  • Die Radleys von Matt Haig
    Belletristik,  Buchrezension,  Hörbuch,  Literatur

    Matt Haig: Die Radleys

    Der Grundgedanke der Story ist ziemlich vielversprechend. Endlich geht es einmal nicht um jahrhunderte alte Vampire voller Seelenqualen, die sich in eine Schülerin verlieben. (Das sind die Art von Vampirgeschichten, die ich bisher kannte). Es hat mir gefallen, dass die Radleys eine richtige Familie sind, dass es ihnen möglich ist, ganz auf Blut zu verzichten und sie keine Waldtiere jagen. Es hat mir gefallen, dass sich Clara und ihr Bruder Rowan mit ganz normalen Teenagerproblemen herumschlagen und irgendwie hat mir zunächst auch der Ansatz zugesagt, dass sie selbst bis zu Claras Zwischenfall überhaupt nicht wissen, dass sie Vampire sind. Allerdings ist das auch einer der Punkte, an dem ich begann,…

  • Make-Up von Xelly
    Buchrezension,  Literatur,  Sachbuch

    Xelly Cabau Van Kasbergen: Make-Up

    Was ich gesucht habe, war eine Anleitung für die absoluten Grundlagen des Schminkens. Eine Anleitung, in der ich Einzelheiten kurz nachschlagen kann, aber auch Dinge über Make-Up lerne, von denen ich noch gar nicht wusste, dass sie mich interessieren könnten. Als ich im Bloggerportal Make-Up von Xelly Cabau van Kasbergen entdeckte, hatte ich sofort den Verdacht, dass ich genau diese Anleitung endlich gefunden haben könnte.